Koordination

Koordination des Schwerpunktprogramms (Klieme / Leutner; 2007-2014)

Kurzbeschreibung

Laufzeit seit 2007

Wie im Rahmenantrag begründet sind Austausch und Kooperationen zwischen den beteiligten Projekten bzw. Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen konstituierendes Element des Schwerpunktprogramms. Um Kooperationen zu unterstützen, sollte eine Aufbereitung der  gemeinsam verwendeten Begrifflichkeiten und Forschungsmethoden erfolgen. Neben einer entsprechenden Systematisierung der einzelnen Forschungsanliegen werden gezielte Maßnahmen vorgeschlagen, welche die konkreten Austauschprozesse anregen und verfestigen. Hierzu zählen neben den jährlich stattfindenden Rundgesprächen vor allem gegenseitige Hospitationen, der Austausch von Erhebungsinstrumenten und Auswertungsverfahren sowie auf das Rahmenprogramm abgestimmte Weiterbildungsangebote. Der Austausch zwischen Einzelprojekten und den beteiligten Disziplinen soll sich schließlich in stimmigen Auftritten des Schwerpunkprogramms auf fachöffentlichen Veranstaltungen sowie in gemeinsamen Publikationen niederschlagen. Die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit im Schwerpunktprogramm und die internationale Anschlussfähigkeit sollen außerdem dadurch gesichert werden, dass international ausgewiesene Experten als Gäste auf den Rundgesprächen beratend einbezogen werden. Eine weitere Aufgabe des Schwerpunktprogramms wird darin gesehen, die erzielten Ergebnisse für anwendungsorientierte Forschungs- und Praxisfelder zugänglich zu machen. 


Forschungsstand 2009

Die Antragsteller haben im Rahmen des Koordinationsprojektes Grundkonzepte des Schwerpunktprogramms (SPP) in einer Reihe von Publikationen vertieft, die Ende 2007 und 2008 erschienen sind, u.a. ein Themenheft des „Journal of Psychology/ Zeitschrift für Psychologie“ mit einer aktualisierten Darstellung des wissenschaftlichen SPP-Konzepts in englischer Sprache sowie drei Sammelbände, darunter einer in englischer Sprache.
Das SPP hat neun Koordinierungs- und Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt, die von der Koordination geplant und zumeist auch von Frankfurt oder Essen aus organisiert wurden. Neben dem Austausch innerhalb des Programms wurde dabei auf den Kontakt mit ausländischen Partnern besonderen Wert gelegt; die beiden „critical friends“ des Programm, Mark Wilson (Berkeley, USA) und Benő Csapó (Szeged, Ungarn), waren jeweils zweimal an diesen Tagungen beteiligt. Dadurch konnten auch die Nachwuchswissenschaftler/innen in den internationalen, englischsprachigen Austausch eingebunden werden.
Nicht zuletzt durch Anstöße der Koordination und Absprachen auf den Koordinationstagungen konnten aus dem SPP heraus sechs Themenhefte in referierten Zeitschriften auf den Weg gebracht werden, darunter drei in englischer Sprache, sowie ein Beiheft der Zeitschrift für Pädagogik. Es ist davon auszugehen, dass die meisten der Themenhefte sowie das Beiheft bis zum Ende der ersten Förderphase erscheinen werden.
Bei mehreren deutschen und internationalen Fachtagungen war das SPP durch Symposien und/oder Hauptvorträge der Koordinatoren vertreten: AEPF (mehrfach), Fachgruppe Pädagogische Psychologie, EARLI-SIG Assessment and Evaluation, sowie Fachtagungen in Ungarn und USA. Darüber hinaus war das SPP mehrfach auf Tagungen für Anwender im bildungspolitischen Bereich vertreten (z.B. die Tagungen des EMSE-Netzwerkes).
Die Koordination hat schließlich eine öffentliche Homepage des SPP im Internet eingerichtet sowie eine interne Kommunikationsplattform, über welche sich die Projekte mit Materialien versorgen und sich gegenseitig beraten können.

Forschungsstand 2011

Die Koordination des Schwerpunktprogramms (SPP) „Kompetenzmodelle“ investierte in der zweiten Förderphase 2009-2011 in die Vernetzung, den Austausch und die Förderung der 23 beteiligten Projekte. Die Fachöffentlichkeit kann sich einen Überblick über die Forschungsarbeiten in der ersten Gesamtpublikation des SPP verschaffen: Das 56. Beiheft der Zeitschrift für Pädagogik „Kompetenzmodellierung“ umfasst Berichte aus allen Projekten, ergänzt um eine Einführung, einen theoretischen Grundsatzartikel unseres critical friend‘s Benő Csapó und Kommentierungen von Fachexpert/innen, herausgegeben von der Koordination und via pedocs open access öffentlich zugänglich. Neben diesem ersten Band unterstützte die Koordination die Herausgabe weiterer Themenhefte in referierten Zeitschriften, teils in englischer Sprache.

 Die neuesten Erkenntnisse und innovativen Forschungsmethoden des SPP finden bereits jetzt national und international Anerkennung und werden z.B. (unter Leitung von Joachim Funke und Mitwirkung von Detlev Leutner) in der internationalen PISA-Expertengruppe Problemlösen zur Vorbereitung der PISA-Studie 2012 sowie im nationalen Bildungspanel (unter Beteiligung von Cordula Artelt, Manfred Prenzel und Petra Stanat) aufgegriffen.

 Von Frankfurt bzw. Essen aus organisierte das Team der Projektmitarbeiter/innen halbjährliche Veranstaltungen: Workshops zur theoretischen Diskussion von Grundlagen der Kompetenzdiagnostik und –modellierung für Projektleiter/innen, forschungsmethodische Fortbildungen für Doktorand/innen sowie das Jahreskolloquium. Bei diesem Treffen aller SPP-Mitglieder wurden die aktuellen Forschungsergebnisse aus den Projekten vorgestellt und von internationalen Gästen (Joan Herman, James Pellegrino, USA; Benő Csapó, Ungarn) kommentiert. So wurde u.a. auch die englischsprachige Kommunikation trainiert, z.B. wenn die Doktorand/innen Feedback zu ihren Promotionsvorhaben erhielten, die sie auf Postern oder in Manuskripten zur Publikation darstellten. Der Nachwuchsförderung diente auch die für die zweite Förderphase des SPP neu eingeworbene finanzielle Förderung von Gastaufenthalten im Ausland: Acht Doktorand/innen und ein Post-Doktorand verbrachten mehrere Wochen in den USA, den Niederlanden und Luxemburg bei Fachexpert/innen mit dem Ziel der Datenauswertung bzw. gemeinsamer Publikationen.

 Ebenfalls neu in der zweiten Förderphase des SPP waren umfangreiche Mittel, die der Gleichstellung dienten: Eltern konnten ihre Kinder bei SPP-Veranstaltungen betreuen lassen oder erhielten einen finanziellen Zuschuss zur Betreuung am Heimatort. Bei weiteren familiären Verpflichtungen (auch z.B. Pflege von Angehörigen) konnten Hilfskräfte eingesetzt werden, die bei Routineaufgaben entlasten. Der Schwerpunkt lag auf der berufsbezogenen Förderung von Frauen, die im Arbeitsfeld der Wissenschaft insbesondere auf hohen Qualifikationsstufen immer noch unterrepräsentiert sind. Je nach Bedarf und Interesse konnten Kosten für Seminare z.B. zu Karriereförderung, Berufungsverfahren und Führungskompetenz oder auch ein Coaching vom SPP übernommen werden.

 Bei mehreren deutschen und internationalen Fachtagungen war das SPP mit Unterstützung durch die Koordination durch Symposien und/oder Hauptvorträge der Sprecher vertreten: AEPF (mehrfach), DGfE-Kongress, Fachtagung Pädagogische Psychologie der DGPs, EARLI, JURE sowie weitere Fachtagungen in Ungarn und den USA. Hervorzuheben ist insbesondere, dass es gelungen ist, von Deutschland aus ein Symposium beim National Council for Measurement in Education (NCME) in den USA einzubringen, mit unserem Kooperationspartner Mark Wilson (University of California, Berkeley) als Diskutanten. Die sozialen Netzwerke in der Nachwuchsförderung sind Teil des Dissertationsvorhabens der Koordinationsmitarbeiterin Frau Kenk, das ebenfalls auf Tagungen diskutiert wurde.

 Zur vertiefenden und aktuellen Information über das SPP betreibt die Koordination eine Homepage. Diese bietet den SPP-Mitgliedern zusätzliche Vernetzungsmöglichkeiten über die interne Kommunikationsplattform. Als innovative Form wurden face-to-face-Workshop und Wiki-Plattform kombiniert, um aktuelle Fragen des Forschungsfelds zu diskutieren und die Ergebnisse zur Publikation vorzubereiten. Das in 2010 von allen Projektleiter/innen gemeinsam erarbeitete Kompendium zu Fragen der Kompetenzmodellierung und Kompetenzdiagnostik – orientiert an den Leitfragen des SPP – stellt ein vermutlich einmaliges kooperatives Produkt eines Schwerpunktprogramms dar, das einen völlig neuen Zugang zur Verständigung über Grundkonzepte des Forschungsfeldes und zur Publikation für die breite Fachöffentlichkeit realisiert.

Transferaktivitäten beinhalteten Vorträge auf Tagungen für Fachleute der Bildungsadministration, z.B. EMSE. Die Öffentlichkeitsarbeit des SPP führte u.a. zum Bericht „Eine komplexe Aufgabe. Die Koordination des DFG-Schwerpunktprogramms ‚Kompetenzmodelle’ wird vom DIPF mitverantwortet.“ in „DIPF informiert“, Nr. 15, sowie zu einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung und einem Spiegel-Interview.

 

Informationen über alle Projekte

Projektreader mit Kurzbeschreibung und Forschungsstand 2011